Die Frankfurter Polizei und drei aufrechte Beamte im Nationalsozialismus

Polizeipräsidium Frankfurt am Main Herausgegeben vom Polizeipräsidium Frankfurt Frankfurt am Main 2020 ISBN 978-3-944542-25-6 Das vorliegende Buch leistet einen Beitrag zu einer bewussten Auseinandersetzung mit der Rolle der Frankfurter Polizei zur Zeit des Nationalsozialismus. Anstatt Menschen zu schützen, trug die Polizei zur Erniedrigung, Entrechtung, Verschleppung und Ermordung von zahlreichen Menschen- gruppen bei. Lutz Becht schildert in seinem Beitrag die Entwicklung der Polizei in Frankfurt am Main zu einem Instrument des NS-Terrorregimes und ihre Verstri- ckung in die NS-Verbrechen. Dem gegenübergestellt werden die Biogra- phien von drei Polizeibeamten, die zeigen, dass auch in dieser Zeit ein anderes Handeln möglich war. Thomas Bauer stellt die Lebensläufe von Ferdinand Mührdel, Otto Kaspar und Christian Fries dar. So war Ferdinand Mührdel wegen seines Engagements gegen die Nazis in der Weimarer Republik als „Nazifresser“ bekannt, Otto Kaspar schützte die jüdische Familie Senger vor der Entdeckung durch die Nazis und Christian Fries betätigte sich als Fluchthelfer für den jüdischen Professor Herxheimer und dessen Hausdame und gehörte einem zivilen Widerstandskreis an. Unter großem persönlichen Risiko verteidigten diese drei Polizeibeamten menschliche und demokratische Werte. In der heutigen Zeit können sie damit – insbesondere für Polizeibeamtinnen und -beamte – als Vorbilder dienen.

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